Logo

Informationen rund um den Hund

Erziehung:

  • Ich entsinne mich noch gut der haarsträubenden Geschichten einer Bekannten, deren Mischlingshündin jedesmal, wenn Frauchen für mehrere Stunden das Haus verließ, ihr Heim erster Ordnung in Schutt und Asche legte. Frauchen las sich verzweifelt durch die relevante Literatur, befragte Tierpsychologen, bezahlte Hundetherapeuten für deren maßgeschneiderten Behandlungsvorschläge, die sie ganz pedantisch anwandte. Für einige Wochen ging es zwar gut, doch dann schlug das Hundetier wieder zu wie gehabt. Womit der Wermutstropfen gleich am Anfang serviert wäre: Einige wenige Hunde akzeptieren es scheinbar nie, gelegentlich alleine zu bleiben. Ein paar Ursachen für Kläffkonzerte kann man jedoch recht einfach aufdecken .

Ursachen von Vandalismus: 

  • Als häufigste Erklärung dient z. B.: die Angst des Hundes, verlassen zu werden. Betrachtet man einmal die Entwicklung des Welpen, zeigt sich, daß er, sobald sich seine Augen und Ohren öffnen, für merklich längere Perioden von der Mutterhündin alleine gelassen wird und kein Züchter sitzt wohl 16 Stunden des Tages bei seinen Würfen. Mit acht Wochen hat jeder Welpe längst Erfahrung gemacht, daß es nicht das Ende der Welt bedeutet, bisweilen irgendwo allein im Garten einzuschlafen, allein aufzuwachen und dann den Rest der Familie suchen zu müssen. Ferner neigt fast jeder Junghund dazu, mit einigen Monaten ganz von Selbst eine gewisse Distanz zu schaffen: Er schläft nun öfter ohne Körperkontakt, er läßt die anderen ihrer Wege gehen, sofern er bereits eine interessante Beschäftigung gefunden hat. ; er entfernt sich seinerseits ohne weiteres von der Gruppe, um der Aussicht auf ein Abenteuer nachzuforschen usw. Ohne Zweifel braucht er die Gruppe - als Ausdruck seiner sozialen Zugehörigkeit, als Schutzgaranten im Falle von Konflikten mit der Außenwelt, als Ort für und Reaktion auf sein geistiges seelische Wachstum. Der oder die Sozialpartner geben dem Hund also in vielfältiger Weise die Freiheit und innere Sicherheit, um sich voll zu entfalten. Aus welcher Richtung kann sich da nun die Verlassenheitsangst auf die Bühne schleichen? Ein beim Züchter schlecht sozialisierter und nach dem Besitzerwechsel vernachlässigter Hund mag alleingelassen aus zahllosen Gründen randalieren und kläffen, aber doch wohl nicht, weil er den Menschen so schmerzlich vermißt, zu dem er aus mangelnder Erfahrung gar keine intensive Bindung hat. Einleuchtender scheint das Gegenteil: Der Hund leidet unter der Abwesenheit seines menschlichen Partners, will dieser sich unentbehrlich gemacht hat. Bietet man etwa dem frisch eingezogenen Welpen kaum Kontakt zu Personen und Artgenossen, wenig Erkundungsmöglichkeiten außerhalb den eigenen vier Wänden, bewahrt ihn vor jedem geringsten Risiko, zwingt ihm pausenlos Ansprache, Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit im Übermaß auf, ist er bald dermaßen auf seinen Besitzer fixiert, und außerdem so unsicher im Umgang mit anderen Wesen, so ängstlich beim Verlassen des vertrauten Mikrokosmos, daß jede Trennung von Frauchen/Herrchen für ihn zum Streß wird. Diesen wird er nach Veranlagung durch permanentes Kläffen und Winseln, Verlust der Stubenreinheit oder Vandalismus abzubauen versuchen. Selbstverständlich benötigt ein junger Hund gerade nach dem Besitzerwechsel die Präsenz seines neuen Partners - Lehrer, Vorbild und Helfer im Ernstfalle, nicht als überprodoktiven Alleinunterhalter, der den Rest der Welt einfach ausradiert. Und selbstverständlich sind Körperkontakt und das Gefühl, dazu zugehören für ihn bedeutsam - aber in einem Maß und der recht subtilen Form, die ihm wohltut, nicht um das Bedürfnis eines Menschen zu befriedigen, ständig gebraucht und geliebt zu werden. Beruht die Verlassenheitsangst des Hundes also im Grunde auf dem Verlassenheitsgefühl seines Besitzers, sollte sich dieser nicht nur ganz bewußt von seinem Tier abnabelt, sondern muß ihn gleichzeitig dazu verhelfen, allmählich, um der Welt und eine hundegemäßen Selbständigkeit doch noch gelassen ins Auge schauen zu können. Das ist nicht einfach und läßt sich nicht in wenigen Wochen realisieren. Aber es ist machbar, vorausgesetzt der Mensch ist bereit zum Umdenken. Tut man in anderer Hinsicht des Guten zuviel, erzieht man sich statt des ewigen Welpen einen kleinen " Chaoten" heran. Speziell in der ersten Zeit mit dem neuen, vielversprechenden Welpen neigt man dazu, ihn nicht die für sein Fassungsvermögen, bemessene Portion Sport, Spiel und Spannung zu offerieren, sondern ihn förmlich damit zu überhäufen. Weil es Frauchen/Herrchen soviel Spaß macht, oder den Kindern, oder den Gästen...

Anerzogene Hyperaktivität:

  • Statt zu vertiefen, was er daheim schon ansatzweise gelernt hatte, nämlich sich auch ab und zu stillvergnügt allein zu beschäftigen, zu akzeptieren, daß Spielende auch Spielende bedeutet, daß der neue Menschenpartner, so wie bisher Mutterhündin und Geschwister, bei bestimmten Aktivitäten oder an bestimmten Orten nicht gestört werden will, geht man, begeistert von seinem Tatendrang und Durchhaltevermögen, sofort auf jede seiner Regungen ein, läßt sich noch zu einer Tobe - Runde hinreißen, wirft noch mal das Bällchen, hängt noch eine halbe Stunde Spazierengehen dran. Und natürlich ist man hocherfreut, gerührt, geschmeichelt, wenn einem der Knirps auf Schritt und Tritt folgt, wild wedelnd und unternehmungslustig angewackelt kommt, kaum daß man ihn anschaut. Der junge Hund lernt daraus schnell: Immer in Aktion sein, ist das Motto des Hauses. Es ist doch leicht einzusehen, daß ein Hund der förmlich darauf gedrillt wurde, aktiv zu sein bis zum umfallen, den inneren Motor ständig auf Hochtouren laufen zu lassen, seine anerzogene Hyperaktivität auch dann befriedigen muß und will, wenn der Mensch nicht mehr soviel Zeit oder Lust dazu hat, und ihn, aus welchen Gründen auch immer, nun plötzlich oder öfter als bisher allein zu Hause läßt. Gewiß soll der Mensch als Anführer und Partner viel mit dem Welpen spielen und die Bindungsbereitschaft des Hundes nutzen und fördern, doch gehört die Förderung seiner inneren Ausgeglichenheit und einer gewissen Unabhängigkeit, sein anfangs noch großen Ruhebedürfnis und seine noch begrenzte Fähigkeit, Eindrücke zu verdauen in die andere Waagschale. Für den hyperaktiven Randalierer lautet die Devise deshalb: Er muß - wieder - lernen, zu entspannen. Ein etwas geordneter Tagesablauf mit klaren Aktivphasen und Ruhepausen kann dazu beitragen. Ebenso die Erkenntnis, daß das Ende der Aktivität keineswegs das Ende von Frauchens /Herrchens Interesse, Zuneigung und Präsenz bedeutet! Bindung entsteht und festigt sich schließlich nicht nur durch gemeinsames Handeln, sondern auch durch simples Beisammensein in gelöster, ruhiger Atmosphäre. Eine Erkenntnis, die dem Besitzer genauso gut tut, wie seinem Hund.

Chronische Unterforderung:

  • Ein ganz anderer Fall ist der Hund, der alleingelassen zum Vandalen wird, weil er ohnehin schon chronisch unterfordert ist. Die notwendige Veranlagung vorausgesetzt, machen ihn Mangel an Auslauf, sinnvoller Beschäftigung und befriedigender Spielmöglichkeiten unter eigener Regie bereits unausgeglichen und unausgelastet genug. Kommt dann noch regelmäßiges, langes Alleinsein dazu, läuft das Faß eben über. Der Vierbeiner findet Selbst einen Weg, Dampf, Frustration und vermutlich ein gutes Stück Aggression abzulassen. Der erste Schritt zur Besserung liegt hier klar auf der Hand: Daß nämlich sein Besitzer sich gnädigste daran erinnere, worin der Sinn eines Hundelebens bestimmt nicht besteht. Ausruhen ist himmlisch - nachdem man sich so richtig ausgetobt und ausgearbeitet hat. Regelmäßiger, ausreichender Auslauf, genügend Kontakt zu anderen Hunden eine angemessene " Arbeit " , und schon bald wird der Ex - Vandale wahrscheinlich selig schlummern, während Frauchens / Herrchen gelegentlich Abwesenheit. Mit der Betonung auf " gelegentlich ", denn kaum ein Hund hält es aus, täglich viele Stunden allein gelassen zu werden. Und wo das unumgänglich ist, darf man wohl die Frage stellen, wieso sich solche Menschen überhaupt einen Hund ins Haus und Leben geholt haben.

Frage nach der Rangfolge:

  • Ein häufiger, von Hundehalter jedoch eher seltener erwogener Grund für die Unwilligkeit des Vierbeiners, das Alleinbleiben zu akzeptieren, ist die Rangfolge. Oder vielmehr: das diesbezügliche Mißverständnis. Der Hund fühlt und benimmt sich nämlich schon lange als Boß. Sein Besitzer hat es nur noch nicht durchschaut. Ob der Chef sich nun grollend vor der Wohnungstür postiert, seine Haltung ein einziges " Nur über meine Leiche! " ist, oder ob er vom Heldentod absieht, um statt dessen Frauchen/ Herrchen am Mantel zu rupfen, in die Waden zu zwicken oder gleich kräftig zu zulangen - die Botschaft ist allemal deutlich: Dem rangtieferen Menschen ist das Fortgehen ohne seinen " Herrn " strikt untersagt. Es soll Hunde geben, die, sobald sie erste Anzeichen des geplanten Ohne - Hund - Aufbruches bemerkten, ganz souverän dafür sorgten, daß ihr Mensch mit zackigem Gehorsam wieder " sitz und bleib! " Macht. Manch vierbeinige Despot versucht es freilich lieber auf die sanfte Tour: Herzzerreißend Winseln, anspringen, Pfötchengeben, auf dem Rückenrollen, zitternd urinieren und vieles mehr. Hauptsache, er bietet einen Anblick des Jammers, damit Frauchen/Herrchen den Termin doch noch verschiebt oder den armen Hund mitnimmt, oder wenigstens in Überschallgeschwindigkeit erledigt, was es außer Haus zu erledigen gilt. Mit einem gewaltig schlechten Gewissen versteht sich... Egal, ob der Diktator ein fiepsender Zwerg ist oder ein brüllendes Schwergewicht: Sein Besitzer sollte nicht länger die Tatsache ignorieren, daß dieser Hund ihn unterdrückt. Einige Menschen gefällt das. Einige geben zu, daß ihnen einfach das Zeug zum Boß fehlt, was jede Umerziehung zur Zeitvergeudung macht. Wer indes das Recht zurückerobern möchte, unter anderem das Haus nach belieben verlassen zu können, sucht sich wohl am besten einen professionellen Helfer, um den anstehenden Rangkampf zwischen Hund und Mensch in gefahrlosen, wohldurchdachten Bahnen zu halten. Wie eingangs schon erwähnt, gibt es wahrscheinlich unzählige Gründe, wieso der Hund das Alleinbleiben nicht erträgt, die man aber nie oder nur durch glücklichen Zufall aufdeckt. Nehmen wir einen leicht beindruckbaren Junghund, der beim ersten wirklich fiesen Gewitter seines Lebens alleine Zuhause hockt, oder den die "lieben Nachbarskinder " vorm Parterrefenster mit Schreckschußpistolen, Knallkörper usw. in Panik versetzen, oder der andere laute, extrem unangenehme Geräusche während des Alleinseins erlebt, ohne sie einordnen und verdauen zu können. Solche unglücklichen Zufälle geschehen, und es ist im nachhinein fast unmöglich, sie zu rekonstruieren, solange der einen Hinweis fehlt, der einen auf die richtige Spur bringt. Dergleichen muß man also unbedingt erwägen, vor allem beim Hund mit unbekannter Vorgeschichte und bei demjenigen, der scheinbar urplötzlich seine gute Erziehung vergißt, wenn er alleingelassen wird. Dennoch spricht vieles dafür, daß die Hauptursache für Probleme mit dem Alleinbleiben falsche Erziehung.

Mit dem Welpen üben:

  • Wie gewöhnt man den Welpen also daran, von Zeit zu Zeit auch mal bereitwillig auf die Anwesenheit des Menschen zu verzichten? Indem man die entsprechende Erziehung in der Tat schon mit dem kleinen Welpen beginnt, sobald er sich im neuen Zuhause heimisch zu fühlen scheint. Schon ein Welpe nimmt Ihre Stimmung auf. Wenn Sie nervös sind, ihn das erste mal allein zu lassen, aus Angst, er könnte das gesamte Mietshaus zusammenkläffen, oder einfach, weil der langgefürchtete Zahnarzttermin ansteht, spürt der Hund, daß Ihr Fortgehen mit Furcht verbunden ist, daß es die Atmosphäre drückt. Ringen Sie sich also dazu durch, ruhig und neutral zubleiben. Ein gelassenes " bis gleich! " Und zu der Tür. Keine lange Abschiedsreden und Ermahnungen vorm Aufbruch. Die versteht der Hund ohnehin nicht wörtlich, und Sie wecken bloß den Eindruck in ihm, daß da etwas Unheilvolles im Anzug ist. Beim jungen Hund sorgen Sie natürlich dafür, daß er sich vor Ihrem Abgang draußen entleert und ausgiebig getobt hat. Ferner wäre es in diesem Stadium wohl noch ratsam, Ihre Abwesenheit so zu planen, daß er nicht weit über den nächsten Gassigang bzw. die nächste Fütterung hinaus alleine bleibt. Andernfalls muß er ja unruhig werden und sein Geschäft im Haus verrichten. Wird der Hund im Verlaufe trotzdem unruhig, sobald Sie zum Aufbruch rüsten, gemahnen Sie ihn ruhig bis streng das Abspringen, Winseln, Fiepen usw. zu unterlassen. Jede besorgte oder tröstende Reaktion bedeutet für ihn nur, daß er genau auf dem richtigen Wege ist: Statt weniger zu bitten, betteln, lamentieren, verstärkt er seine Bemühungen noch. Vielleicht hat er gewittert, daß Sie eben doch nervös sind, oder ihn gelüstet nach einem zweiten Spaziergang, oder er fühlt sich bereits ansatzweise berechtigt, Ihr Kommen und Gehen zu bestimmen. Was es auch sei, er muß schon in dieser Aufbauphase erkennen, daß seine Masche nicht zieht. Er hatte vorhin reichlich Auslauf, ist sich Ihrer Zuneigung und Ihres Interesse sicher - was ihm jetzt noch fehlt ist ein strenges: " Aus und auf deinen Platz! ". Das Sie Ihren Hund nicht gleich etliche Stunden allein lassen, versteht sich wohl. Ansonsten sollten Sie ihn, je nach seinem Temperament aber ruhig die Chance biete, notfalls einbisschen zu jammern, von selbst darauf zu kommen, daß es nichts bringt, und im optimalen Falle genau dann gelassen wieder aufzutauchen, wenn er den Schlaf der Gerechten schläft. Falls der Junghund unterdessen doch einen Schuh zerfleddert oder im Haus uriniert hat - kein Kommentar und Schwamm darüber. Nachträgliches Bestrafen wäre nutzlos, und außerdem soll ja auch Ihre Rückkehr kein Ereignis werden, dem der Hund entgegenbangt. Lassen Sie ihm beim nächsten Mal lieber mehr Spielzeug da, an dem er rütteln und kauen kann, und kontrollieren Sie beim Gassigang vor Ihrem Aufbruch, ob er sich tatsächlich gründlich entleert hat. Zu Ihrer und seiner Sicherheit wählen Sie zum Alleinlassen einen Raum aus, in dem sich der Hund wohl und vertraut fühlt, in dem es aber keine Objekte oder Substanzen gibt, deren Demolierung oder Verzehr Sie ein Vermögen und ihm das Leben kosten könnte (etwa Reinigungsflüssigkeiten, Verdünnungsmittel, Farben in Tuben, offenliegende Stromkabel, verschluckbare Plastikgegenstände usw. ) Sehr weise wäre es, etwaig Nachbarn vorher zu informieren, daß Sie Ihrem neuen Hund gerade das Alleinsein beibringen. Dadurch wird sein etwaiges Gestör zwar nicht angenehmer, aber den Leuten ist immerhin klar, daß Sie wissen, daß der Hund bellt, da Ihnen die Lärmbelästigung Ihrer Mitbewohner nicht gleichgültig und Sie deshalb in der Tat bemüht sind, dem Hund zum Alleinbleiben ohne Widerworte zu erziehen. Diese simple Präventivmaßnahme könnte die Geduld Ihrer Nachbarn ganz erheblich verlängern.

Der Rhodesian Ridgeback ist ein zuverlässiger Wach- und Familienhund, der allerdings gelegentlich versucht, sich gegen seinen Herrn durchzusetzen. Eine gute Ausbildung schon im Welpenalter (Welpenschule,Begleidhundeausbildung oder Rettungshundeausbildung ) sind da für den Halter sehr zu empfehlen, da es den Hunden Spass macht zu arbeiten. Der Ridgeback ist auch gut geeignet für den Turnierhundesport. Dann wird er einen zuverlässigen und folgsamen Hund haben. Fremden gegenüber bleibt er reserviert, aber trotzdem sehr wachsam.